The TeXt Files

 

 

 

 

 

 

TeXt Files

 

"The Final Episode"

 

 

 

 

EIN ORIGINAL DREHBUCH

 

VON

 

ANDREA DORIA & PEEWEE LET

 

 

 

 

NACH EINER IDEE

 

VON

 

JIRGY MAUS

 


 

Musik: Text That Theme.

AUFBLENDE

FCA HAUPTQUATIER, BÜRO DER AGENTEN P.W. MOLDER UND ANDREYNA SCURULLY, INNEN, MORGEN

Special Agent Andreyna Scurully betritt das Büro. (Andreyna Scurully stieß Mitte der ersten Staffel zum Team der „TeXt Files“ dazu. In der Episode „TEXT IN SCHWARZ“ wird sie Agent P.W. Molder zugeteilt. Die beiden ergänzen sich perfekt und werden schnell ein gut eingespieltes Team, das man sich gar nicht mehr getrennt vorstellen kann.)

 

Sie sieht sich überrascht um.

 

SCURULLY

    Molder? Molder, sind Sie hier?

 

Keine Antwort. Sie wird mißtrauisch.

 

    Molder, ich weiß, Sie wollten heute kommen.

 

Nichts.

 

    Es ist kurz nach neun, da sind Sie doch immer da.  Molder?

 

Sie geht zu seinem Rechner. Er ist eingeschaltet.

 

    Molder, sind Sie da?

 

Sie bewegt die Maus, der Bildschirmschoner verschwindet und gibt den Netscape Navigator frei.

 

Scurully starrt den Bildschirm an, ihr Blick zeigt, daß sie geschockt ist.

 

    Oh mein Gott!

 

AUSBLENDE

 

 


TITEL

 

TEXT FILES

 

PEEWEE LET

ALS

SPECIAL AGENT P.W. MOLDER

 

OBI-WAN BÜSSE

ALS

SPECIAL SUPER AGENT ANDREYNA SCURULLY

 

IN EINER WEITEREN HAUPTROLLE

BRIGITTE SPASSDOT

ALS

SUPER SPECIAL AGENT FUN

 

SPECIAL GUEST STARS

 

NICOPHELIA

ALS

MEGA SPECIAL SUPER AGENT BEASTIE

 

OLRICH DERMANNAUSSTAHL

ALS

GIGA SUPER MEGA SPECIAL AGENT STEEL

 

HERR JAN TELL

ALS

MEGA HYPER SUPER SPECIAL GUEST AGENT HENN RYCK

 

UND

ALS

SPECIAL MEGA SUPER HYPER GIGA MULTI GUEST STAR

JIRGY MAUS

ALS

HYPER SUPER MEGA GIGA MULTI SPECIAL AGENT F.U.H. BACCA

 

PRODUKTION

ALL GONE NETWORKS

 

REGIE

WERNER ENN

 

 

"THE FINAL EPISODE"

 

 

AUFBLENDE

FCA HAUPTQUATIER, BÜRO DER AGENTEN P.W. MOLDER UND ANDREYNA SCURULLY, INNEN, MORGEN

Scurully steht noch immer vor Molders Rechner und starrt auf den Bildschirm.

 

SCURULLY

    Meine Güte, das ist wirklich...

 

Wir schwenken mit der Kamera so, daß wir über ihre Schulter einen Blick auf den Monitor erhaschen. Was wir sehen ist: Molder war vor seinem Verschwinden im Internet. Und zwar auf irgendeiner Pornoseite!

 

MOLDER

    Scurully? Was machen Sie denn da?

 

Er tritt ein, sie weicht peinlich berührt zurück.

 

Ich war gerade im Internet. Ich versuch seit Wochen, den Zugangscode von dieser Seite zu knacken.

 

SCURULLY

Ja, das hab ich gesehen. Vielleicht hätten Sie einfach Ihre Kreditkartennummer angegeben?

 

MOLDER

    Machen Sie keine Scherze. Das ist wichtig.

 

SCURULLY

Wieso, denken Sie, es gibt Ihnen neue Informationen über Außerirdische, die Verschwörung der Regierung oder ungewöhnliche Phänomene?

 

MOLDER

Nein, aber Sie wissen doch: ich lebe allein, habe keine Freundin und bin ein bißchen sonderlich. Da tut ein bißchen Pornographie ab und an mal ganz gut.

 

Er setzt sich an seinen Schreibtisch.

 

Obwohl ich vom Internet wirklich enttäuscht bin, Scurully! Besonders von diesen langen Ladezeiten! Wenn die Verschwörungen genauso langsam wären, bräuchten wir uns keine Sorgen zu machen.

 

SCURULLY

SIE sind derjenige, der überall Verschwörungen sieht. Ich sehe nur die Dinge, die ich wissenschaftlich erklären kann.

 

MOLDER

Dann erklären Sie mir mal soetwas wie Big Brother!

 

SCURULLY

Ähm, ich bin sicher, da hat eine Verschwörung mit außerirdischen Regierungen seine Finger im Spiel. Und bevor Sie mich das fragen: beim Grand Prix d’Eurovision auch.

 

MOLDER

Und da dachte ich immer, das wäre der Beweis dafür, daß es auf der Erde kein intelligentes Leben gibt.

 

Er betrachtet den Bildschirm ganz aus der Nähe, schüttelt den Kopf und schaltet dann ab.

 

Nun, Scurully, was kann ich für Sie tun? Sie sind doch nicht zufällig in mein Büro gekommen.

 

SCURULLY

    Das ist genausogut mein Büro, Molder.

 

MOLDER

    Oh, stimmt ja. Nun, wie auch immer, was gibt es?

 

SCURULLY

    Wo waren Sie, Molder?

 

MOLDER

In der Küche. Mir was zu trinken holen. Warum fragen Sie?

 

SCURULLY

    Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht!

 


MOLDER

Sorgen? Um mich? Nur weil ich für ein paar Minuten in der Küche war?

 

SCURULLY

    Sie hätten ja... wer weiß wo sein können!

 

MOLDER

    Ja, zum Beispiel in irgendeinem Briefing.

 

SCURULLY

    Fangen Sie nicht davon an.

 

MOLDER

Scurully, ich weiß, daß Sie nicht an Briefings glauben und wenn ich sie nicht selbst erlebt hätte, würde ich ihre Existenz möglicherweise auch bezweifeln. Ich verstehe Ihre Zweifel wirklich gut, aber ich versichere Ihnen: dort draußen gibt es soetwas wie Meetings, Briefings, KVAs und Markenzwiebeln. Und nicht wenige!

 

SCURULLY

    Davon müssen Sie mich erst noch überzeugen.

 

MOLDER

Scurully, Briefings sind genauso real wie... kreative Werbung und gute Creativ Direktoren. Und nur aus der Tatsache heraus, daß Sie so etwas     nie erlebt haben müssen Sie noch lange nicht glauben, dass es soetwas nicht gibt!

 

Er sieht zur Wand, wo sein Plakat mit der Aufschrift

 

„I WANT TO BELIEVE – HONESTLY!“

 

hängt.

 

Ich... ich möchte daran glauben, auch wenn es mir vielleicht selbst noch nicht passiert ist!

 

SCURULLY

Molder, Sie können glauben, woran Sie wollen, ich geh mir jetzt erstmal nen Kaffee holen.

 

Er lächelt.

 

MOLDER

Seien Sie vorsichtig. Auf dem Weg zur Küche könnte Ihnen ein guter CD über den Weg laufen!

 

SCURULLY

    Nicht in dieser Agentur, Molder!

 

Sie geht.

 

MOLDER

    Ja, da hat sie wohl leider recht.

 

Er wendet sich den Unterlagen zu, die wild über seinen Schreibtisch verteilt sind.

 

Das Telephon klingelt. Er geht dran.

 

Hallo. Ja, das bin ich. Aha. Um was geht es denn? Aha. Ja... ja, das klingt interessant. Ja, ich komme.

 

Er erhebt sich, wirft einen Blick den Gang hinunter, aber von Scurully ist nichts zu sehen. Er schreibt ihr einen Zettel und klebt ihn an ihren Rechner. Dann nimmt er seinen Mantel und verschwindet.

 

Wenig später betritt Scurully mit Kaffeetasse und einer Flasche Wasser das Büro. Sie sieht den Zettel an ihrem Rechner, liest ihn und sinkt in ihren Sessel.

 

 

EIN DUNKLES ZIMMER, INNEN, MORGEN

Molder sitzt an einem Tisch, vor ihm ein halbgetrunkenes Glas Cola. Im Schatten ihm gegenüber sitzt auch jemand. Die Person spricht. Es ist Die Frau mit der hellen Stimme:

 

DIE FRAU MIT DER HELLEN STIMME

    Sind Sie Molder?

 

MOLDER

Sie wissen, wer ich bin. SIE haben MICH angerufen. Ich bin Ihre Spielchen langsam leid. Entweder Sie überzeugen mich davon, daß Sie Beweise haben, daß es soetwas wie gute Werbung wirklich gibt, oder Sie lassen mich endlich in Ruhe!

 

Er will aufstehen.

 

DIE FRAU MIT DER HELLEN STIMME

Vielleicht hab ich diesmal etwas, das Sie überzeugen wird, Agent Molder.

 

Die Person schiebt etwas über den Tisch. Einen Umschlag.

 

Molder sieht ihn sich an

 

Schauen Sie ruhig rein, Molder. Sie wollen doch... GLAUBEN!

 

Molder öffnet den Umschlag.

 

 

 

Foto: In den 25 Episoden „DIE PRÄSIDENTENWAHL“ aus der vierten Staffel wird das weiße Haus an eine außerirdische Macht verkauft, um die horrenden Kosten für die Auszählung begleichen zu können.

 

 

LABOR, INNEN, TAG

Scurully geht nervös auf und ab. Mit ihr im Büro befinden sich Agent Fun und Agent Henn Ryck. Die beiden gehen Satellitenbilder durch.

 

(Agent Fun taucht schon in der ersten Staffel von „TeXt Files“ auf. In der Episode „SPEEDCAR RACES“ untersucht sie einen Fall von Fahrerflucht, bei dem angeblich ein Hund am Steuer gesessen hat. In der Mitte der zweiten Staffel schied sie aus der Serie aus, um in der Internet-Soap „Gute Seiten, schlechte Seiten“ neue Seiten aufzuziehen, kehrte jedoch gegen Ende der Staffel wieder zu den „TeXt Files“ zurück.)

 

Agent Henn Ryck hält eins der Bilder hoch.

 

AGENT HENN RYCK

Das ist ja merkwürdig!

 

(Agent Henn Ryck schloß sich dem Team erst in der letzten Staffel der Serie an. In der Folge „DENNIS THE MAN-ASS“ wird er als neuer Agent eingeführt, der Scurully zur Seite steht, wenn Molder von Außerirdischen entführt wird, seinen Körper an einen wahnsinnigen Wissenschaftler verkauft hat oder mal für ein paar Wochen Urlaub auf den Bahamas machen will. In den Folgen „DER FARBENBLINDE“ und „EIN MANN SIEHT ROT-GRÜN-SCHWACH“ aus der siebten Staffel decken er und Scurully das Rätsel über „Dennis“ auf.)

 

SCURULLY

    Wo kann er nur sein?

 

AGENT FUN

Meinen Sie, er wurde von einem Marketingbüro entführt?

 

SCURULLY

Es gibt nicht soetwas wie Marketingbüros, Agent Fun!

 

AGENT HENN RYCK

Vielleicht ist er ja einfach verreist, hat seine dreckige Wäsche mitgenommen, aber seine Einkäufe im Laden vergessen?!

 

SCURULLY

    Wer würde soetwas wirres tun?

 

AGENT HENN RYCK

    Ähm, ja, nun...

 

Er verläßt peinlich berührt das Büro.

 

Agent Beastie kommt herein.

 

Agent Beastie

    Unglaublich... einfach unglaublich!

 

SCURULLY

    Was ist denn?

 

Agent Beastie

    Die CIA!FCA hat ein originelles Layout gefunden.

 

SCURULLY

    Im experimentellen Stadium? Ein Prototyp?

 

Agent Beastie

Nein, ein veröffentlichtes! Hier, die Satellitenaufnahmen beweisen es.

 

Sie legt ein paar Hochglanzaufnahmen eines Layouts auf den Tisch, die eindeutig aus großer Höhe aufgenommen worden sind.

 

    Seht euch die Linienführung an. Die Farben.

 

SCURULLY

    Ein Ablenkungsmanöver der Russen?

 

Agent Beastie

Nein, die haben seit Jahren keine guten Layouts mehr veröffentlicht. Das hier sieht mir aus...

 

SCURULLY

    Vielleicht... eine Fälschung!

 

AGENT FUN

Nein, Scurully, das ist echt. Ein belgischer Nachrichtensatellit hat das hier vor einer Stunde aufgenommen.

 

Sie legt ein ähnliches Bild auf den Tisch.

 

Agent Beastie

Das ist wirklich unglaublich. Wir müssen sofort Molder darüber informieren.

 

SCURULLY

Ja, das müssen wir... nur... wir wissen nicht, wo er ist!

 

Agent Beastie

    Was soll das heißen?

 

SCURULLY

    Er ist verschwunden!

 

Agent Beastie

    Unglaublich! Wohin?

 

SCURULLY

Der Begriff „verschwunden“ impliziert, daß wir nicht wissen, WOHIN!

 

Agent Beastie

    Oh. Ja. Richtig.

 

AGENT FUN

    Ich persönlich glaube ja, er ist verschwunden!

 

Scurully sieht sie fragend an.

 

SCURULLY

    Ja? Und?

 

AGENT FUN

    Nichts und. Einfach verschwunden!

 

SCURULLY

    Sie sind mir eine große Hilfe!

 

AGENT FUN

    Danke!

 

Sie geht hinaus.

 

SCURULLY

Vielleicht... vielleicht hat er davon gewußt. Von diesen ominösen Layouts. Vielleicht hat er einen Tip bekommen. Vielleicht untersucht er gerade jetzt diese Angelegenheit?

 

Agent Beastie

    Das glaub ich nicht.

 

SCURULLY

    Ach ja? Und warum nicht?

 

Agent Beastie

    Weil er grad draußen vorbeigegangen ist!

 

(Schon in der Pilotepisode „DIE PILOTEPISODE“ taucht Agent Beastie auf. Dem Zuschauer in bleibender Erinnerung blieb sie jedoch vor allem wegen der Folge „KOMISCHE GERÄUSCHE BEIM BADMINTON“ aus der zweiten Staffel sowie der Fortsetzung „DER QUIETSCHIGE FEDERBALL“ in der dritten Staffel.)

 

 

FCA HAUPTQUATIER, BÜRO DER AGENTEN P.W. MOLDER UND ANDREYNA SCURULLY, INNEN, TAG

Scurully kommt herein. Molder sitzt am Schreibtisch und surft im Internet.

 

SCURULLY

Molder, wo waren Sie denn, verdammt? Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht.

 

MOLDER

Ich war da, wo Sie auch schonmal waren. In der Gemeinschaftspraxis Breidenbacher/Hof!

 

Sie versteht, ein wissendes Lächeln legt sich auf ihr Gesicht. (Wie wir aus der Episode "Die Gemeinschaftspraxis“ aus der ersten Staffel wissen, handelt es sich beim "Breidenbacher Hof" um ein Hotel, in dem vornehmlich von Kopfgeldjägern geführte geheime Gespräche mit Agenten geführt werden. Siehe auch die Episode „Die Kopfgeldjägerin“ aus der zweiten Staffel, in der das erste Mal DIE FRAU MIT DER HELLEN STIMME auftaucht.)

 

MOLDER

Scurully, ich habe die Möglichkeit, etwas vollkommen neues kennenzulernen, ich kann herausfinden, ob all diese Dinge, an die ich immer geglaubt habe, gute Werbung zum Beispiel, und einen kreativen Umgang mit einem Thema, ob es all das wirklich gibt.

 

SCURULLY

Aber dafür gleich einen solchen Schritt zu machen? Molder, verstehen Sie mich nicht falsch, wenn ich an Ihrer Stelle wäre, ich würde wahrscheinlich das selbe tun. Aber...

 

MOLDER

    Aber was, Scurully?

 

SCURULLY

Sie würden mich hier allein zurücklassen. Haben Sie daran auch schonmal gedacht?

 

MOLDER

Ja, das habe ich. Und ich... würde es sehr bedauern. Aber es geht hier um Fragen, die ich beantwortet haben muß, um Dinge, die ich einfach tun muß. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: diese Agentur hat mir nicht mehr viel zu bieten. Es gibt keine neuen Aufgaben, immer nur die selbe ständige Routine. Auf diese Weise werde ich nie erfahren...

 

SCURULLY

    Warum das mit Ihrem Bruder geschehen ist?

 

MOLDER

Zum Beispiel. Mein Bruder ist ein guter Musiker, aber statt Jazz zu machen spielt er Tanzmusik und auf     Wahlveranstaltungen. Verstehen Sie, Scurully, irgendetwas böses ist da draußen, das die Menschen zwingt, Dinge zu tun, die eigentlich weit unter ihren Möglichkeiten liegen. Und ich möchte herausfinden, was das ist.

 

SCURULLY

Aber sich deswegen mit einem Kopfgeldjäger einzulassen... das ist ziemlich gefährlich!

 

MOLDER

Ja, das weiß ich, Scurully. Und ich bin froh, daß Sie mich in all den Jahren immer unterstützt haben.

 

SCURULLY

Ich habe jede Ihrer Theorien betreffend intelligenter Werbung anhand von Fallstudien widerlegt! 

 


MOLDER

    Es ist der Gedanke der zählt!

 

SCURULLY

Aber ich hielt all Ihre Phantasien in den letzten Jahren für Humbug.

 

MOLDER

    Aber ich weiß ja, wie es gemeint war.

 

SCURULLY

    Genau so! Sie SIND Humbug!

 

MOLDER

    Ähm, da kommt mein Bus!

 

SCURULLY

    Sie haben gar keinen Bus!

 

MOLDER

    Scurully, Ihnen kann man nie etwas vormachen.

 

SCURULLY

Deswegen weiß ich ja auch, daß Ihre Theorien kompletter Blödsinn sind!

 

MOLDER

    Auch die über den Thai?

 

SCURULLY

    DIE nicht!

 

MOLDER

    Dann gehen wir was essen.

 

SCURULLY

    Häh?

 

MOLDER

Äh, ich meine, wir treffen uns dort mit Agent Steel für eine geheime Überwachung.

 

SCURULLY

Ach so. Ja, das klingt vernünftig. Ich hol nur schnell meine Jacke.

 


MOLDER

    Ich dachte, Sie glauben nicht an Jacken?

 

SCURULLY

Meine Theorie darüber war absolut korrekt – bis es angefangen hat zu regnen! Ich bin gleich wieder da.

 

Sie verläßt den Raum.

 

Agent Fun, die vor einiger Zeit den Raum betreten hat, um ein neues Satellitenphoto reinzureichen, meint:

 

AGENT FUN

Und Sie sind sicher, daß Sie so ein Risiko eingehen wollen, Agent Molder? Eine Partnerin wie Scurully finden Sie nie wieder. Und auch keinen so guten Thai!

 

MOLDER

Ja, ich weiß, es ist eine Menge, was ich dafür aufgebe... aber ich denke, daß es das Risiko wert ist. Ich muß herausfinden, was dort draußen ist. Ich muß in Erfahrung bringen, ob es dort etwas gibt, für das es sich lohnt, zu texten.

 

AGENT FUN

    Und was... wenn nicht?

 

Er sieht nachdenklich aus dem Fenster. Auf der anderen Straßenseite in einem Haus beginnt eine junge Frau sich zu entkleiden.

 

MOLDER

    Dann bleibt mir immernoch das Internet!

 

 

STRASSE, AUSSEN, TAG

Scurully und Molder gehen die Straße entlang. Auf einer riesigen Werbetafel steht:

 

HASST DU WAS

DANN BIST DU

WAS

- UND ZWAR

EIN ARSCHLOCH

Wir sind gegen rechts

 

Molder deutet auf die Tafel.

 

MOLDER

Na, Scurully, ist der nicht der Beweis? Es GIBT gute Werbung!

 

SCURULLY

    Nein, Molder, das ist nur eine Illusion!

 

Ein Laster, der die Tafel teilweise verdeckt hat fährt weiter und nun steht dort:

 

HASST DU WAS AN AUSLÄNDISCHEN MITBÜRGERN?

DANN BIST DU SEHR INTOLERANT

WAS WIR LEIDER GAR NICHT GUT FINDEN

- UND ZWAR WEIL HEUTE JEDER

EIN ARSCHLOCH SEIN KANN – SEI KEINS!

Wir sind gegen rechtsradikales Verhalten

 

 

MOLDER

    Das könnte einen wirklich deprimieren.

 

SCURULLY

Molder, die Wirklichkeit ist nicht deprimierend. Sie müssen sich nur damit abfinden, daß es einige Dinge nicht gibt. Aliens, ehrliche Politiker, den Weihnachtsmann...

 

MOLDER

MOMENT! Das mit dem Weihnachtsmann ist keineswegs geklärt!

 

SCURULLY

Das war ein Besoffener, Molder, der sich in einen Schlitten gesetzt hat und damit durch ein Einkaufszentrum gebrettert ist.

 

MOLDER

    Und warum konnte der Schlitten dann fliegen?

 

SCURULLY

Weil es sich um ein geheimes Testfahrzeug der Regierung handelte.

 


MOLDER

Und wieso hat Ihnen das rotnäsige Rentier einen Kuß auf die Nase gedrückt, bevor der Schlitten in Richtung Mond davongeflogen ist?

 

SCURULLY

NA GUT, NA GUT, NA GUT! Was den Weihnachtsmann angeht habe ich mich eben geirrt!

 

(Das alles geschah in der Episode „Akte X-Mas“ aus der ersten Staffel. Scurully und Molder finden heraus, daß Santa Claus von Außerirdischen entführt wurde, die planen, die Welt zu erobern, indem sie sich als Weihnachtsmänner verkleiden und an Heiligabend eine Invasion durch sämtliche Schornsteige planen. Das Vorhaben geht schief, weil es kaum mehr richtige Schornsteine gibt und viele der Invasoren in den zu engen Röhren steckenbleiben. In „SANTA DOMINGO“ aus Staffel drei übernimmt ein Opernsänger die Rolle des Weihnachtsmannes, um dem Weihnachtsfest eine musikalische Note zu verleihen. Dann kommt es in „CLAUS THE DOORS“ aus der folgenden Staffel zu einem Komplott gegen Santa. Es folgt die Scheidung von seiner Frau in „MARY CHRISTMAS“ in der fünften sowie seine Entführung durch Außerirdische in „RUDOLF THE RED NOSED ALIEN“ in der sechsten Staffel.)

 

Aber er IST Alkoholiker! Und er sollte in seinem Zustand nicht mehr mit dem Schlitten durch die Gegend fliegen!

 

MOLDER

    Da haben Sie möglicherweise recht. Wir sind da.

 

SCURULLY

    Und wen wollten wir hier nochmal observieren?

 

MOLDER

    Den da.

 

 

THAI, INNEN, TAG

Molder steuert auf den Tisch zu, an dem Agent Steel sitzt.

 

(Agent Steel wurde kurz vor Scurully in die Serie eingeführt. In der Episode „DER MANN AUS STAHLHAUSEN“ aus der ersten Staffel, die an Originalschauplätzen in Eisenhüttenstadt gedreht wurde, taucht das erste Mal der etwas zurückhaltende Steel auf. Im Laufe der Serie wurde seine Rolle immer weiter ausgebaut, so daß Folgen wie „DER EINSAME RECHNER“ aus der zweiten und „Steel, Yes Please“ aus der dritten Staffel möglich wurden.)

 

Scurully will ihn zurückhalten.

 

SCURULLY

Aber Molder, wenn wir uns zu ihm an den Tisch setzen, wie können wir ihn dann unauffällig beobachten?

 

MOLDER

    Das, äh, ist ne neue Observationstechnik!

 

Er setzt sich an den Tisch.

 

    Agent Steel!

 

AGENT STEEL

    Die Agents Scurully und Molder. Grüß Gott.

 

SCURULLY

    Den gibt es nicht!

 

AGENT STEEL

    Bitte?

 

SCURULLY

Gott! Wir haben eindeutig bewiesen, daß es Gott nicht gibt.

 

(In der klassischen Episode „Gott bleibt tot“ aus der dritten Staffel begegnen Scurully und Molder einem Gott, der sich als „DER“ Gott ausgibt. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch nur um einen niederen nordischen Gott, der jedoch gerne von sich behauptet, er hätte die Welt erschaffen. Am Ende der Episode wird er aus Walhalla verstoßen und eröffnet eine Schnellwäscherei auf der Arlington Road.)

 

MOLDER

Und er hätte es selbst geglaubt, wenn er nicht vorher von Außerirdischen entführt werden wäre.

 

AGENT STEEL

Soviel ich weiß hat er jetzt eine eigene Show im Fernsehen. „Gott sei Dank“. Da zeigt er den Leuten, was er für tolle Sachen gemacht hat.

 

SCURULLY

    Das ist doch alles...

 

MOLDER und STEEL

    ...Humbug!

 

SCURULLY

Ja, genau! Ist denn nicht allein durch die Tatsache, daß er etwas so brutales und zerstörerisches wie den Menschen geschaffen hat eindeutig bewiesen, daß es keinen Gott geben kann?

 

MOLDER

Und ich dachte, ich wäre der unwissenschaftliche von uns beiden.

 

SCURULLY

    Das sind Sie auch.

 

MOLDER

    Dafür weiß ich, wie man mit dem Internet umgeht!

 

SCURULLY

Auf Pornoseiten zu surfen heißt nicht, ein großer Kenner des Internets zu sein.

 

MOLDER

    Oh, da haben Sie sich gerade selbst entlarvt.

 

SCURULLY

    Wieso das denn?

 

MOLDER

Weil Ihre These impliziert, daß es im Internet auch noch andere Seiten gibt als die, die Pornographie anbieten.

 

Der Ober tritt an den Tisch.

 

OBER

    Möchten Sie bestellen?

 

SCURULLY

    NEIN!

 

Der Ober sieht sie verdutzt an.

 

Jedenfalls nicht, so lange die Frage mit Gott nicht geklärt ist!

 

OBER

    Oh, er weiß es schon.

 

SCURULLY

    Bitte? Wer weiß was schon?

 

Sie sieht Molder an.

 

MOLDER

    Sehen Sie mich nicht so an, ich weiß es nicht.

 

AGENT STEEL

    Ich weiß es auch nicht! Was denn überhaupt?

 

SCURULLY

    Wer weiß was schon?

 

OBER

    Gott. Was er bestellen möchte.

 

SCURULLY

    WAS?

 

OBER

    Das Mittagsmenü C. Mit Suppe, nicht mit Salat.

 

SCURULLY

    GOTT MÖCHTE... WAS???

 

MOLDER

    Er steht offensichtlich auf Hühnchen!

 

SCURULLY

    Aber... es GIBT GOTT NICHT!

 

OBER

Und er läßt Ihnen ausrichten, daß er das nicht gerne hört. Es verunsichert seine Begleiter – und seine Werbepartner!

 

SCURULLY

    Aber... aber...

 

Sie beugt sich nach hinten und sieht ein paar Tische weiter einen Mann mit schlohweißem Haar und Bart. Er prostet ihr mit seinem Weinglas zu und blinzelt dabei freundlich.

 

OBER

Ich weiß zwar nicht genau, warum es für Sie so wichtig war zu wissen, was Gott bestellt hat, aber wissen Sie nun, was Sie möchten?

 

ALLE DREI

    Menü C!

 

 

STRASSE, AUSSEN, TAG

Die drei verlassen das Restaurant. Als sie gerade herauskommen, drängen sich Art Vader und seine Frau Queen Amygdala an ihnen vorbei.

 

VADER

Aber Amy, ich habe dir gesagt, ich habe unseren Hochzeitstag nicht vergessen!

 

AMY

Ja ja ja, das hör ich mir jedes Jahr an. Deine Kinder durfte ich großziehen, dafür war ich dir gut genug, aber wenn’s an die Herrschaft über die Galaxis geht, rufst du dann mich an? Nein, es muß ja Luke sein, der verlorene Sohn! ScheiSS Macho!

 

VADER

Ich schwör’s dir, wenn ich das nächste Mal den Imperator umbringe, dann mach ich das mit dir zusammen, okay?

 

AMY

    Ach, das sind doch alles leere Versprechungen!

 

Die beiden verschwinden im Lokal.

 

AGENT STEEL

    Ich hörte, du verläßt die Agency?

 

SCURULLY

Warum sollte ich? Ich habe meine Karriere als Modeärztin aufgegeben, um meine Talente zum Wohle der Menschheit einzusetzen und da... oh, du meinst ihn!

 

MOLDER

    Äh, ja, es sieht ganz so aus.

 

AGENT STEEL

    Dann wird das Dreamteam auseinandergerissen?

 

SCURULLY

Ich glaube nicht, daß das irgendeinen Einfluß auf die Champions League haben wird... oh, du meinst uns!

 

AGENT STEEL

    Und was, wenn du herausfindest...

 

MOLDER

Daß es keine gute Werbung gibt? Nirgendwo im Universum? Daß alles woran ich geglaubt, alles das mich am Leben gehalten habt nur eine Illusion war, die aufgebaut wurde von Agenturen, die nur auf ihren eigenen Profit aus sind, die damit Menschen mit Potential in ihren Bann ziehen wollten, um sie auf ewig zu versklaven und weiterhin mittelmäßige Erzeugnisse auf den Markt zu schmeißen und damit noch mittelmäßiger zu werben, daß dies alles nur ein Witz ist, den der Große Schöpfer auf unsere Kosten Luziffer erzählt hat, um diesem einen Job in einem heißen und nicht klimatisierten Büro schmackhaft zu machen, daß wir nur angetrieben werden von Lügen, die man uns auftischt, damit wir auch weiterhin schlecht produzierte Serien ertragen, um in der Werbepause endlich unseren Heiligen Gral zu sehen in der Hoffnung, endlich DEN SPOT zu erblicken, der das ganze Werbetexten lohnenswert macht und der einem das Gefühl gibt, es gibt etwas, für daß es sich zu texten lohnt?

 

AGENT STEEL

Äh, ich dachte eigentlich eher, was, wenn du herausfindest, daß dir die Stadt nicht gefällt... aber das ist natürlich auch ne gute Antwort!

 

 

ZEITSCHRIFTENLADEN, INNEN, TAG

Agent O und PW vom TIB kaufen Zeitschriften. Scurully und Molder betreten den Laden.

 

PW

Was können Sie mir über die Person erzählen, die hier eben das neue Playalien gekauft hat?

 

ZEITSCHRIFTENHÄNDLER

Das war son Typ in schwarz, der jetzt zusammen mit seinem Sohn die Galaxis regieren will. Ziemlich groß. Röchelte n bißchen. Vermutlich geil. Hatte ne Mieze dabei, die ziemlich herrisch ausgesehen hat.

 

PW

    Wo sind sie hingegangen?

 

ZEITSCHRIFTENHÄNDLER

    Zum Thai.

 

PW

    Danke.

 

O und PW verlassen den Laden.

 

O

Was hast du vor? Willst du verhindern, daß er die Herrschaft über die Galaxis erlangt?

 

PW

Nein. Ich will fragen, ob er mir die Ausgabe mal borgt. Da soll Prinzessin Leya drin sein...

 

SCURULLY

    Komische Typen.

 

MOLDER

Ja, da mögen Sie recht haben, Scurully, aber ist es nicht gerade das, was unseren Beruf ausmacht?

 

Er nimmt sich den Playboy.

 

SCURULLY

Ich dachte immer, das wären Monotonie, Einfallslosigkeit und Depressivität. Was wollen Sie damit?

 

Sie deutet auf die Zeitung.

 

MOLDER

    Da soll Carry Fischer drin sein...

 

 

MARKTPLATZ, AUSSEN, TAG

Der ganze Platz ist abgesperrt. Alles sieht sehr merkwürdig aus. In der Mitte des Platzes steht ein großes Werbeplakat. Wir sehen davon nur...

 

WIR HABEN EINEN IN DER KRONE

 

Scurully und Molder betreten den Tatort. Agent F.U.H. Bacca kommt sofort auf sie zugelaufen.

 

 

Foto: Scurully und Molder sehen sich in „THE FINAL EPISODE“ das plötzlich aufgetauchte Werbeplakat an.

 

 

AGENT F.U.H. BACCA

Das haben wir vor zwei Stunden gefunden. Es stand plötzlich da. Niemand scheint zu wissen, wie es da hingekommen ist.

 


SCURULLY

Und was ist daran so besonders? Wir haben auf dem Weg hierher dutzende davon gesehen.

 

AGENT F.U.H. BACCA

Es ist nicht die Plakatwand an sich... es ist das, was drauf steht...

 

(Agent F.U.H. Bacca taucht das erste Mal in der Episode „Den Rechner ohne die Wirth gemacht“ aus der zweiten Staffel auf, wo er ein Computerproblem der Agency löst. In „Die Ritter von Ascard“ aus Staffel vier stirbt er einen heroischen Tod, wird aber aufgrund der hohen Beliebtheit beim Publikum in „Engel.com“ aus der selben Staffel wiederbelebt. Seit der fünften Staffel gehört er zur Stammbesetzung der Serie.)

 

Scurully und Molder gehen um die Wand herum.

 

SCURULLY

    Oh mein Gott!

 

MOLDER

    Unglaublich!

 

SCURULLY

    Das ist... das ist...

 

MOLDER

Das ist der Beweis, nach dem wir all die Jahre gesucht haben.

 

SCURULLY

    Molder... das beweist gar nichts.

 

MOLDER

Ach nein? Wenn Sie mich fragen ist das der eindeutige Beweis dafür, daß intelligente Werbung möglich ist.

 

SCURULLY

Es könnte... eine Illusion sein. Eine Täuschung. Außerirdische könnten ihre Hände im Spiel haben.

 


MOLDER

Nein, Scurully, es ist ein Zeichen! Irgendjemand wollte uns hier zeigen: Ja, es geht!

 

SCURULLY

    Und wer soll das sein? Gott?

 

MOLDER

    Nein, der hat ein Alibi.

 

SCURULLY

    Und was ist mit seinem Gegenspieler?

 

MOLDER

    Finden wir es heraus!

 

 

HÖLLE, INNEN, KEINE GENAUE ZEITANGABE

Satan sitzt an seinem Schreibtisch und liest in einer Zeitschrift. (Satan, der auch ein bürgerliches Leben als „Mr. Satan“ führt, in dem er Leiter eines Supermarktes in Burbank ist, tauchte das erste mal in der Episode „DER SATANMARKT“ aus der dritten Staffel auf, die in „LUZIFFERS EINKAUFSZENTRUM“ aus Staffel vier und „BACK TO HELL“ aus der fünften Staffel fortgesetzt wurde, in der er sich wieder in die Hölle zurückzieht. In „SATANISCHE PERVERSE“ aus Staffel sechs kehrt er zurück auf die Erde, um sich mit dem Aya Tolla anzulegen. Auch in dem Zweiteiler, der das Ende der sechsten mit dem Beginn der siebten und letzten Staffel verbindet und der den Titel „AUF TEUFEL KOMM RAUS“ Teil 1 und 2 trägt, spielt er eine entscheidende Rolle.)

 

Ein niederer Teufel klopft an seine Tür.

 

NIEDERER TEUFEL

Majestät, die Agents Scurully und Molder möchten Sie sprechen.

 

SATAN

Sag ihnen, ich bin in ner Besprechung. Mit Bill Gates!

 

NIEDERER TEUFEL

    Das hab ich, sie wollen mir nicht glauben.

 

SATAN

    Mist! Na gut, ich lasse bitten.

 

NIEDERER TEUFEL

    Seine Bösartigkeit läßt bitten.

 

MOLDER

    Danke.

 

Scurully und Molder treten durch die Tür.

 

SATAN

    Na, wenn das nicht meine Lieblingsagenten sind.

 

SCURULLY

    Sparen Sie sich die Schleimerei, Satan.

 

SATAN

Oh, Verzeihung, bei den meisten meiner Besucher von der Oberwelt kommt das gut an. Nun, was kann ich für Sie tun?

 

MOLDER

    Sie können uns eine Frage beantworten.

 

Er wirft ein paar Photos auf den Tisch. Sie alle zeigen das merkwürdige Plakat auf dem Marktplatz und verschiedenen anderen Plätzen.

 

Das hier ist heute plötzlich an verschiedenen Orten aufgetaucht.

 

SATAN

    Oh. Das... ist ja richtig gut!

 

SCURULLY

Wir sind der Ansicht, daß Sie hinter dieser Sache stecken.

 

SATAN

Aha. Nun, da muß ich euch leider enttäuschen. Ich habe damit nichts zu tun. Das gleiche gilt übrigens für BSE, die Atombombe, Windows 2000 und Fernsehtalkshows. Das Potential des menschlichen Geistes, böses zu erdenken geht weit über meine bescheidenen Möglichkeiten hinaus. Deshalb habe ich hier unten seit einiger Zeit auch keinen Zulauf mehr.

 

MOLDER

Und was passiert dann mit den Seelen der Toten, die eigentlich hier landen sollten?

 

SATAN

Keine Ahnung. Ich nehme an, sie tauchen in Anwaltspraxen und Fernsehsendern wieder auf.

 

SCURULLY

Das beweist nicht, daß Sie nichts damit zu tun haben!

 

SATAN

    Ich habe ein Alibi.

 

SCURULLY

    Und das wäre?

 

SATAN

Ich war den ganzen Morgen unterwegs, um den neuen Playevil zu bekommen.

 

Er hält seine Zeitschrift hoch.

 

SCURULLY

    Und wieso das?

 

SATAN

Da ist die Autorin von „Grüße aus Hollywood“ drin!

 

 

NORDPOL, AUSSEN, TAG

Durch das ewige Eis stapfen die Agents Scurully und Molder auf eine kleine Hütte zu. Sie klopfen.

 

SCURULLY

    Molder, ich halte das immernoch für einen Fehler.

 

MOLDER

    Wenn uns einer weiterhelfen kann, dann er.

 

SCURULLY

    Ich denke ja nur er hat...

 

Die Tür geht auf und ein ziemlich besoffener Santa Claus kommt heraus.

 

    ...ein Alkoholproblem!

 

 

HÜTTE, INNEN, TAG

Ein paar Aliens spielen mit ein paar Elfen Scrabble. Rudolf mit der roten Nase steht an der Bar und kippt einen Drink nach dem anderen. Santa sitzt mit Scurully und Molder vor dem Kamin.

 

MOLDER

In den vergangenen Tagen sind an mehreren unterschiedlichen Orten und völlig unabhängig voneinander diese Plakate aufgetaucht.

 

Er reicht ihm ein Photo.

 

SANTA CLAUS

    Aha. Und?

 

SCURULLY

Wir wollen von Ihnen wissen, was Sie uns darüber sagen können.

 

MOLDER

Genau genommen möchten wir erfahren, ob sich irgendjemand gute Werbung bei Ihnen gewünscht hat und Sie nun diesen Wunsch erfüllt haben?!

 

SANTA CLAUS

Wir haben Februar! Wir haben ziemlich feste Lieferzeiten. Wenn sich das jemand bei mir gewünscht hätte, wäre es rausgegangen am...

 

Er denkt nach.

 

    ...am...

 

Er dreht sich um und ruft:

 

    Rudolf, wann gehen bei uns immer die Sachen raus?

 

Rudolf rülpst.

 

RUDOLF

    Am 24. Dezember!

 

SANTA CLAUS

    Ja, 24. Dezember.

 

Er deutet auf das Bild.

 

Das ist nich von uns.

 

MOLDER

    Danke.

 

 

PARKPLATZ, AUSSEN, TAG

Ein Schild weist diesen Ort aus als:

 

„Santas Parkplatz – hier können Sie Schlitten mieten“

 

Im Hintergrund sehen wir die Eiswüste von vor zwei Szenen sowie die Hütte. Es ist ein herrlicher Sommertag und auf dem Parkplatz laufen alle in kurzen Hosen und Sommerhemden rum. Scurully und Molder gehen zu ihrem Wagen und ziehen mühsam ihre dicken Winterjacken aus.

 

SCURULLY

    Das hat uns auch nicht weitergebracht.

 

MOLDER

Wir haben nur einen weiteren Verdächtigen ausgeklammert.

 

SCURULLY

    Und... wer bleibt jetzt noch?

 

MOLDER

    Niemand!

 

SCURULLY

Dann ist der Fall abgeschlossen. Nein, ist er nicht. Wir haben noch immer nicht die Herkunft dieses ominösen Werbeplakats erklärt.

 

MOLDER

Genau. Und deswegen werden wir jetzt einen völlig unorthodoxen Weg einschlagen.

 

SCURULLY

    Und der wäre?

 

MOLDER

    Wir fragen den Hersteller!

 

 

DAS BÜRO VON SENATOR LIFE-KWETENNS, CHAIRMAN VON KINGSIZE-IND, INNEN, TAG

Der Chairman sitzt hinter einem großen Schreibtisch und sieht die beiden Agenten fragend an.

 

SCURULLY

Nun, es wird Ihnen sicher aufgefallen sein, daß es dort draußen Plakate gibt, auf denen der Name Ihrer Firma steht.

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

    Ja. Das ist für gewöhnlich der Sinn der Sache.

 

SCURULLY

Wir haben uns gefragt, wie diese Plakate zustande gekommen sind.

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

Nun, sie wurden zunächst erdacht, dann konzipiert, anschließend geschrieben und gelayoutet. Nicht zu vergessen der Druck und das Ankleben, aber das müßten im wesentlichen die wichtigen Stationen der Plakatherstellung gewesen sein. Warum?

 

MOLDER

    Meine Partnerin hat Zweifel.

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

    An mir?

 

MOLDER

    An allem.

 

SCURULLY

    Das ist nicht wahr!

 


MOLDER

Wir haben uns gefragt, ob nicht vielleicht Sie, sondern eine andere Macht für diese Plakate verantwortlich sein könnte.

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

    Aha. Wieso?

 

SCURULLY

Weil Ihre Plakate ein Paradoxon sind. Denn sie sind „gute Werbung“ und damit negieren sie diesen Begriff, der ein Widerspruch in sich ist und stellen damit die Existenz als solche in Frage! Können Sie uns erklären, wie es dazu kommen konnte?

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

    Nun, wir wollten es so.

 

SCURULLY

    WAS???

 

SENATOR LIFE-KWETENNS

Ja, wir wollten nicht die übliche Wischi-Waschi-Werbung machen, nicht den langweiligen und unoriginellen Scheiß, den jeder macht. Wir wollten einfach... gute Werbung!

 

Molder erhebt sich.

 

MOLDER

    Vielen Dank für das Gespräch.

 

SCURULLY

DAS IST VÖLLIG UNMÖGLICH! Molder, der macht Ihnen was vor!

 

MOLDER

    Gehen wir.

 

SCURULLY

    ABER...

 

MOLDER

Scurully, wenn es nur eine Firma da draußen gibt, die eine Anzeige nicht mit ihren eigenen Vorstellungen verschlimmbessert, wenn es nur einen Firmenleiter gibt, der den Wert eines guten Textes zu schätzen weiß, die Originalität einer Headline – auch wenn sie mehr als drei Wörter hat -, wenn auch nur ein Unternehmen da draußen bereit ist, etwas wirklich gutes zu machen und es auch zu tun, dann ist es unsere Aufgabe, dieses Unternehmen zu finden! Für die Welt. Für uns. Besonders für uns!

 

Scurully nickt.

 

SCURULLY

Sie haben recht, Molder. Wenn dort draußen soetwas wirklich existiert – auch wenn alle empirischen Untersuchungen bisher dagegen sprechen – dann... sollten... wir... es... finden... !

 

MOLDER

    Richtig.

 

Er lächelt sie an.

 

Und ich werde mich bei Ihnen melden, falls ich es gefunden habe!

 

AUSBLENDE

 

ENDE

 

 

 

 



 

 

Klappe halten?