Headliner
- Es kann nur eine geben

 

Leben und Werk von Text That

 

 

 

 

EINE ERFUNDENE BIOGRAFIE

 

VON

 

OBI-WAN BÜSSE & PEEWEE LET




Prolog

 

Es war das Jahr 1997 als eine kleine Gruppe von Rebellen auszog, um Krieg gegen den Iran zu führen und den Kopf des Weihnachtsmannes mitzubringen. Der Ayatolla hatte gerade bekanntgegeben, dass er dieses Jahr Weihnachten mit Gewalt durchsetzen würde und Santa Claus schickte eine Armee von Rentieren in den Kampf gegen das kommunistischen Ostern. Dies war der Zeitpunkt, zu dem unsere Geschichte begann...

 

Genau genommen ist das aber völlig falsch!

 

Es war an einem Freitag. Oder Mittwoch. Im Dezember. Des selben Jahres. Oder eines anderen. Die Geschichtsschreiber sind sich uneinig über genauen Ort und Zeit, an dem sich das ereignete, was auf Jahre hinweg die gesamte Film- und Werbeindustrie in ihren Grundfesten erschüttern und vollends verändern sollte. Einige behaupten sogar, es wäre überhaupt nicht passiert, während andere die These vertreten, dass es erst noch passieren wird und alle Geschichten darüber den verwirrten Hirnen von zweitklassigen Science-Fiction-Autoren entspringen würden.

 

Gehen wir also davon aus, dass die Ereignisse, von denen wir nun berichten wollen, noch gar nicht passiert sind...

 

 

 

 

 

Kapitel 1

 

Der Tag, an dem sich Erwin und Frieda kennenlernen sollten, war ein Tag volle Freude. Was das erste Zusammentreffen von Obi-Wan Büsse (damals noch Andrea Doria) und PeeWee Let (damals noch PeeWee Let) angeht, so trifft Katerstimmung die Situation am besten. Let hatte am Abend zuvor seinen ersten Spielfilm „Russ Meyer’s Romeo und Julia“ geschrieben, gedreht, geschnitten, veröffentlicht und als eigene Raubkopie via Internet an die Konkurrenz verkauft und seinen Gewinn mit einer Flasche billigem Fusel aus der Bahnhofsbuchhandlung gefeiert. Insofern war er relativ bis ziemlich verkatert, als Obi-Wan ihn kennenlernte. Eine Szene hierzu findet sich in dem Film „TIB – Text in Black“, der Ende der 90er Jahre zu einem großen Erfolg avancierte, was durch eine geschickte Werbekampagne und die Drohnung Text Thats, Städte ihrer Wahl mit Napalm zu bombardieren erreicht wurde.

 

Schon bald, nachdem sich die beiden „Textimonials“ begegnet waren, schlossen sie sich zusammen und gründeten „Text That“, eine Gruppe, die eigentlich das Ziel hatte, durch gepfuschte Spendenaufrufe billig und vor allem ohne Arbeit zu Geld zu kommen. Das Vorhaben ging schief und man wandte sich dem Filmgeschäft zu. Als grafische Berater standen der Gruppe Olrich Dermannausstahl, Die Bestie und Jirgy Maus zur Seite, die sie bei ihren zahlreichen Projekten – und unter der Androhung, man wisse, wo sie wohnen – tatkräftig unterstützten.

 

Kurze Zeit nach Absitzen der Gefängnisstrafe wegen versuchten Betruges begann man mit dem erste Film – und mit der Erfolgsgeschichte von Text That.

 

 

 

 

 

Kapitel 2

 

Der erste gemeinsame Film von Text That ist „Goldfüller“. Mit diesem Film begann nicht nur ihre internationale Zusammenarbeit als erfolgreiches Filmduo, darüber hinaus begannen sie, international als Auftragskiller und Gelegenheitsterroristen zu arbeiten, was für beide weit befriedigender war, als die Arbeit in einer Werbeagentur. Zu ihren berühmtesten Arbeiten außerhalb des Film-Business gehören „John F. Kennedy“, „Martin Luther King“ und „Papst Johannes Paul I.“. „Goldfüller“ erhielt zahlreiche Preise, nachdem Text That die Kinder einiger Jurymitglieder entführte!

 

 

Poster-Art von Oliver Stahl

 

 

 

 

 

Kapitel 3

 

Der Film, der leider nie realisiert wurde war der Streifen „Text That jagt Dr. Gutenberg“. Trotzdem gelang der Produktionsgesellschaft von Text That ein genialer Coup, indem man die Macher der Bond-Filme verklagte, da ihr Werk „James Bond jagt Dr. No“ vom Titel her eine zu große Ähnlichkeit mit dem Text-That-Film aufweise. Man einigte sich gütlich und mit der Summe, die bei dem Vergleich herausgeholt wurde, konnte das nächste Werk Text Thats viel farbenprächtiger und größer und mit viel mehr Special Effects realisiert werden: „Pulp Scription“.

 

 

 

 

 

Kapitel 4

 

Mit dem kongenialen Meisterwerk „Pulp Scription“ gelang Text That der endgültige Durchbruch. Der Film brach alle Rekorde, die eigenes engagierten Mafia-Animateure alle Knochen derjenigen, denen er nicht gefiel und manch einer nach der Vorstellung zusammen. Obwohl es erst der zweite Film war, konnte Text That nun machen, was sie wollten. Und das taten sie auch!

 

 

Poster-Art von Oliver Stahl

 

 

 

 

 

Kapitel 5

 

„Text That goes Science Fiction“ urteilte noch vor Start dieses Films die Deutsche Allgemeine Langweilerzeitung – und wurde kurzerhand vom Text That Network niedergebrannt. Mit „TIB – Text in Black“ eroberte Text That ein völlig neues Genre für sich – und mit den aus dem Gewinn gewonnen Millionen finanzierte es eine kleine Armee und eroberte damit gleich noch ein kleines Land in Mittelamerika.

 

 

Poster-Art von Jörg Müller

 

 

 

 

 

Kapitel 6

 

Nach dem Erfolg im SF-Genre folgte nun ein weiteres Werk im Bereich der Zukunftsfilme. „Art Wars – Das Imperium schreibt zurück“ war als neunter Teil einer siebenteiligen Saga geplant, mit der man nicht nur die Welt der verstaubten und verkitschten Science Fiction revolutionieren, sondern durch das man auch mithilfe von billigen Produktionskosten in Dritteweltländern und Wiederverwendung aller Szenen mit leicht verändertem Dialog bei den anderen Episoden mit wenig Zeit- und Geldaufwand möglichst viel Kohle machen wollte. Bislang sind die weiteren Folgen aber ohne nähere Begründung auf Eis gelegt.

 

 

Poster-Art von Jörg Müller

 

 

 

 

 

Kapitel 7

 

Nach ihren umwerfenden Erfolgen im Kino wollte Text That nun ein weiteres Medium für sich entdecken: Das Fernsehen. Mit der Schöpfung einer Kultserie war in den 90ern des ausgehenden 20. Jahrhunderts eine Menge Kohle zu machen und so klauten sie einfach von dem Web-Inventor Jirgy Maus die Idee und schufen die Serie „TeXt Files“, in der ein Duo unerschrockener Agenten das Mysterium guter Texte aufdecken sollte. Nach einigem Protest durch Agenturen und Kunden, die lieber geheim halten wollten, inwiefern sie für schlechte Texte verantwortlich sind, wurde die Serie eingestellt. Dies stellte auch einen Wendepunkt in der Geschichte von Text That dar – denn nach diesem herben Schlag und einem muestischen Erlebnis beschloss Let, nach Hamburg zu gehen. Die Presse sprach von Trennung, Tränen und Trägheit, aber die Wahrheit lag irgendwo da draußen.

 

 

Poster-Art von Jörg Müller

 

 

 

 

 

Nachwort

 

Text That – Quo vadis? Diese Frage stellten sich viele, nachdem Let kurzfristig seine Solokarriere an der Alster began. Doch schon fünf Monate später kehrte er zurück – und Text That war wieder vereint. Doch trotz aller Bemühungen, langgehegte Projekte wie „Am Schreibtisch Ihrer Majestät“ und „Die morereichen Sieben“ zu verwirklichen, blieben alle Filme in der Planungsphase stecken. Die Schlagzeile „Text That in der Krise“ wurde mit einer Bombardierung eines ganzen Stadtteils beantwortet, was ein ganz klares „Nein, ihr miesen Säcke!“ zum Ausdruck brachte.

 

Dann kam das, was kommen musste: Obi-Wan Büsse wurde nicht schwanger. Aber auch sie widmete sich anderen Dingen, wie der Anschaffung eines Hundes, einem Lebensplan, der für sie wichtiger war als ihre Karriere. Sie wechselte zu einer anderen Produktionsgesellschaft und arbeitet zur Zeit intensiv an der Auswahl eines geeigneten Hundes.

 

Was aus Text That werden wird, ob es je wieder einen Text That Film geben wird oder ob die beiden all die Geiseln freilassen werden, die sie im Laufe der Zeit genommen haben – all das steht in den Sternen.

 

Und eventuell in ein paar Drehbüchern!